Gottes Liebe muss erfahrbar sein – für alle Menschen

Seit 35 Jahren ist Juliane Hees-Kolb aktiv als »Kirchenpädagogin«

Juliane Hees-Kolb arbeitet als Gemeindepädagogin für die Kirchengemeinden der Region 4, Siegen Mitte. Sie ist 63 Jahre alt, verheiratet, Mutter von zwei Söhnen und stolze Oma von vier Enkelkindern.


Nach dem Studium der Sozialpädagogik nahm sie 1987 die Stelle als Jugendreferentin in der damaligen Johanneskirchengemeinde an, die später mit der Nikolaikirchengemeinde fusionierte. Im Rahmen ihres Theologiestudiums in Bochum erarbeitete Juliane Hees-Kolb sich die theologische Doppel-Qualifikation für ihren Beruf als Jugendreferentin. Zwischen 1998 und 2003 erfolgte die Ausbildung als Bibliodramaleiterin und Gemeindepädagogin. Nach einigen Jahren schloss sich die Ausbildung zur Vocation an, zur Beauftragung für Wort und Sakrament.
Im Jahr 2011 ging ihr Arbeitsverhältnis zum Kirchenkreis über. Seitdem ist sie zuständig für die gesamte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Region 4, Siegen Mitte. Mit dabei im Team sind Thomas Schneider und Robin Freund als Jugendreferenten.

 

Juliane Hees-Kolb feiert in diesem Jahr ihr 35-jähriges Dienstjubiläum.

Juliane Hees-Kolb bei der Kirche Kunterbunt
© Lene Grüne
Juliane Hees-Kolb bei der Kirche Kunterbunt

mittendrin: Liebe Juliane, was gefällt dir an deiner Arbeit als Gemeindepädagogin?
Juliane Hees-Kolb: Mir gefällt es sehr, immer wieder neue Kinder, Jugendliche, Konfis und Familien kennenzulernen. Dazu die große Aufgabenvielfalt und die Möglichkeiten der aktiven und kreativen Mitgestaltung bei der Entwicklung von Angeboten für diese Zielgruppen. Da meine Arbeitsfelder vorwiegend im pädagogischen Bereich zu finden sind, nannte mich mal ein Konfi-Vater »die Kirchenpädagogin«.
Dreh- und Angelpunkt meiner Arbeit ist es, niederschwellige Angebote zu entwickeln, in denen Kirche als ein Haus mit offenen Türen erlebbar wird. Wenn ich vermitteln will, dass es einen Gott gibt, der uns uneingeschränkt liebt, dann muss das erfahrbar sein für alle Menschen, die zu uns kommen. Das fängt dann auch bei der Begrüßung an. Es ist wichtig, dazu beizutragen, dass sich Kinder, Jugendliche und Familien akzeptiert und willkommen fühlen. Das, was wir tun, muss für die Zielgruppe lebensrelevant sein und sie interessieren. Bei den Angeboten und Projekten spielt neben der Atmosphäre auch das Essen eine große Rolle. Ein liebevoll vorbereitetes Buffet lässt mich z.B. auf der Zunge schmecken, wie wertvoll ich für Gott bin.


Du identifizierst dich stark mit deiner Arbeit und empfindest sie als Berufung. Wie sehen die Schwerpunkte aus, die du dir gesetzt hast?
Ich bin sehr dankbar für meinen wunderschönen Beruf als Gemeindepädagogin und fühle mich in dieses schöne und wichtige Amt berufen. Wichtigster Schwerpunkt über all die Jahre hinweg ist neben Seelsorge und Beratung die Begleitung und Ausbildung der Jugendlichen und Erwachsenen, die bei der Evangelischen Jugend ehrenamtlich mitarbeiten.
Zu meinen wichtigsten Projekten gehören das Konfi-Camp seit über 10 Jahren mit den Konfis nach der siebten Klasse an der Nordsee, in dem wir auch Trainees und Teamer*innen ausbilden, begleiten und aufbauen.
Ergänzend zu meiner langjährigen Arbeit mit Konfis in der 7. und 8. Schulklasse laden wir im dritten Jahr zu KU3/8 ein. Konfirmandenunterricht schon in der dritten Klasse. In dieser hochmotivierten Lebensphase der Kinder im Grundschulalter bauen wir auch einen intensiven Kontakt zu den Eltern und Familien auf, die ihre Kinder in dieser Lebensphase ja noch viel enger begleiten als im KU7/8.
Wichtig sind auch Projekte, Ausflüge und Freizeiten im Laufe des (Kirchen)-Jahres mit ganz verschiedenen Angeboten, um viele Interessen und Neigungen der Zielgruppen zu erreichen.
Die KiZ-Box ist eine Kooperation mit Schulen. Wir bieten einen Stationen-Nachmittag an rund um eine biblische Geschichte. (KiZ-BoX – Kinder im Zentrum – ein zeitgemäßes Angebot entwickelt aus den früheren Kinderbibeltagen für Kinder im offenen Ganztag)
Die Kirche Kunterbunt ist ein Familiengottesdienst der besonderen Art am Nachmittag mit fetziger Musik, Aktiv-Stationen und immer mit Abendessen. Zu den KiZ-BoXen und Projekten ein weiterer wichtiger Baustein ergänzend zum Konfi 3/8.
Früher gehörte von 2006–2011 auch der Ostergarten im Bunker in der Höhstraße als größtes Projekt dazu.


Welche Chance für deine Arbeit siehst du in unserer Lukas-Kirchengemeinde?
Dass wir nach dem Umbau des GMZ Christuskirche ein Haus haben werden, das sich an den Bedürfnissen der Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien orientiert, ist schon eine tolle Sache. Dort lassen sich dann zielgerichtet in nahezu perfekten Räumen bekannte Angebote durchführen und neue mit Ehrenamtlichen entwickeln. Es macht mich froh und dankbar, dass ich zu einer Gemeinde gehöre, die solch mutige Schritte geht. Ich freue mich sehr darauf, dass ich die Arbeit dort mitgestalten kann.
Das Interview führte Ingrid Krämer